Bei der Ersteinrichtung eines Naturwaldreservates werden folgende Grunderhebungen durchgeführt:

  • Festlegung und Einmessung der Reservatsgrenzen

  • Einrichtung eines permanenten Stichprobennetzes und koordinative Lagebestimmung

 

Probeflächendaten:

  • Grunddaten für die Entschädigungsbewertung (z.B. Baumartenanteile, Holzqualität, Bestockungsgrad, Bonität)
  • Standortserhebung
  • Pflanzensoziologische Vegetationsaufnahmen

 

Gesamtes Naturwaldreservat:

  • Kartierung der aktuellen Waldgesellschaften

 

Für eine standardisierte Vorgangsweise bei der Einrichtung von Reservaten wurden Aufnahmerichtlinien und ein Aufnahmeschlüssel ausgearbeitet.

Grenzmarkierung im NWR Bromatsreute

Erhebungen im NWR In den Erlen

Stichprobendesign

Für Standardreservate und Naturwaldzellen ist die Einrichtung eines systematischen permanenten Stichprobennetzes mit variabler Netzdichte vorgesehen.

 

 Der Stichprobenumfang ist abhängig von:

  • der Größe des Naturwaldreservates

  • der Homogenität der Bestandesstrukturen

  • der erforderlichen Genauigkeit

 

In der Regel wird eine Rasterdichte von 100 x 100 m (d.h. eine Stichprobe pro Hektar) eingerichtet.

 

Einrichtung und Ersterfassung

Im Zuge der Einrichtung eines NWR wird ein jährliches Entgelt als Alternative zur forstlichen Nutzung berechnet. Die Grundlage für die Bewertung des jährlichen Entgeltes stellt die Erfassung der ertragskundlichen Parameter auf Basis von Winkelzählproben (WZP) dar.

In einer Ersterfassung werden daher alle in die WZP (Zählfaktor 4) fallenden Stämme auf den Rasterpunkten aufgenommen und mit Azimut und Horizontaldistanz eingemessen. Für die Hauptbaumarten wird die Oberhöhe nach POLLANSCHÜTZ ermittelt, von den Nebenbaumarten wird jeweils ein der Mittelhöhe entsprechender Stamm gemessen.


Wiederholungsaufnahmen

Grundsatz aller Wiederholungsaufnahmen bilden eine einheitliche Aufnahme und aus dieser folgend eine einheitliche Auswertung. Wichtig ist die Reproduzierbarkeit der erhobenen Daten, ebenso wie die Kompatibilität mit früheren Aufnahmen. Für die Durchführung von Wiederholungsaufnahmen sollte stets das gleiche Zeitintervall sowie der phänologische Zeitraum angestrebt werden. Auch sind bei einer Wiederholung Schwerpunktreservate vorzuziehen.

Ausgangspunkt für die Wiederholungsaufnahmen ist das systematische Rasternetz der Ersterfassung mit den fix vermarkten Winkelzählprobepunkten. Ziel ist die Nutzung der vorhandenen Daten der letzten Aufnahme und ein Vergleich mit aktuell erhobenen Werten. So können dynamische Prozesse in Grundfläche, Volumen und Stammzahl erfasst werden und wichtige Kennzahlen, wie Zuwachs und Mortalität ermittelt werden.

Im Rahmen des Projektes ‚Biodiversitätsmonitoring für Bildungsgrundlagen in Naturwaldreservaten (BioMonNWR)‘ wurden weitere Aufnahmemodule entwickelt und im Zuge der ersten Wiederholungsaufnahmen in einigen Schwerpunktreservaten angewandt. Diese sind


Fixer Probekreis

Totholzerhebung

Verjüngung und Verbiss

Vegetation

Standortschutzwald